Sinn und Unsinn
An manchen Tagen ist die Frage: wo hört Sinn auf und fängt Unsinn an. So wie dieses Beispiel: Also, da gibt es zuständige Kolleginnen, die sagen zu mir, auf die Frage, ob man denn die Probekaffeemaschine behalten wolle "wenn ihr noch Kaffee trinken wollt, dann müsst ihr noch welchen bestellen, diese Woche ist die Maschine sicher noch da" - fein, ich trinke nämlich auch keinen Kaffee.
Das stürzte mich in eine tiefe Depression, denn wer ist "ihr"? Gehöre ich zu "ihr" oder bin ich auch "ich"? Bin ich eine eigenständige Persönlichkeit? So viele Fragen und keine Zeit zum Antworten...denn es war ja bereits vier Uhr und meine besagte Kollegin mußte nach Hause - sie war immerhin schon seit 10 Uhr dreißig anwesend. Ach Unsinn, sowas ärgert mich nicht mehr wirklich...vielleicht ein bischen. Um auf das "ihr" zurückzukommen, ich bin zu dem Schluss gekommen, ich bin ich und kann dementsprechend auch keinen Kaffee bestellen, da ich selber auch keinen trinke und somit nicht zum kollektiven "ihr" gehöre. Unser kaffetrinkender Pixelschubser hat dann schließlich bestellt. Heute morgen kam postwenden der Anruf unseres Kaffeevertrieblers: "Wollen Sie die Maschine denn nun behalten?" Hm - "fragen Sie doch mal meine zuständige Kollegin, wenn sie sich von ihrem harten Wochenende erholt hat, so gegen elf Uhr" oder morgen...Tjaha - ist wirklich aufregend die Arbeit!
Aber lange nicht so aufregend wie abends joggen zu gehen...naja, also walken - meine sportkranken Knochen würden echtes Joggen ja gar nicht mehr aushalten. Du gehst da also so vor dich hin. Ärgerst dich noch etwas über deine Kollegen und dann kommt es ganz dicke: Ein Mann joggt auf dich zu, zwinkert dir zu und sagt "hey, du hast das doch gar nicht nötig", pfeift vielsagend hinter dir her und wirft dir einen Luftkuss zu - du stehst da und denkst: bitte lieber Gott, mach die anderen wieder normal - ich habe meine Lektion heute gelernt. Aber nichts passierte und mich beschlich die beklemmende Angst, dass alles so bleiben würde wie es war. Dessen wurde ich mir auf jedenfall bewußt als eine siebzigjährige Frau ihren fünzig Kilo Bullterrier mit den Worten "aber Mausi, sei doch heute nicht so aggressiv" zurückzuhalten versuchte als ich auf der anderen Wegseite versuchte unauffällig vorbei zu huschen. Keine Angst, er hat nur meine Hose erwischt. Aber mal ehrlich, es gibt solche Tage, sicher...was ist nur, wenn man das grausame Gefühl bekommt, jeder Tag könnte so werden?
Augen zu und durch!


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