Leben
Da gibt es die verschiedensten Ansichten. Mir gefallen einige besonders gut - denn irgendwie passen sie alle, immer, irgendwann...
Da wäre "Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben, intensiv leben wollte ich - das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten, was nicht Leben war. Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, dass ich gar nicht gelebt hatte." So geht es mir manchmal - ich muss in den Park Kastanien sammeln, die bunten Bäume sehen - um ganz sicher zu gehen, dass ich lebe, so lebe wie ich es will. Manchmal tut Leben weh und dann muss ich raus, um zu sehen, ob ich richtig lebe...ob ich den Wind spüren kann und die Sonne, ob die Wolken auf der Haut kitzeln und ob der Schnee kalt ist, ob der Regen mich trifft und ob die Seele wieder erwacht. Dann paßt kein Spruch besser als dieser.
Dann wiederum gibt es diese Tage, wo ich denke, dass alle, wirklich alle, einen Schaden haben - und ich beginne zu zweifeln, ob ich es nicht bin, die total unnormal lebt. Da hilft nur noch sich zu sagen " Das Leben ist nur ein zufälliges Zusammenstoßen von echten Tragödien und einer Reihe knapp gescheiterter Ausbrüche." Und ja, es ist so. Manchmal gibt es kein vor und kein zurück mehr, kein oben und unten, gut oder richtig - alles in einem einzigen Urknall verschmolzen und man selbst mitten drin. Aber diese Tage gehen vorbei, auch wenn man sich in dem Moment ganz sicher ist, nie wieder könne es gut werden.
Und das bringt uns zu dem Punkt, der mir zeigt, dass es durchaus Stärke ist, mal nicht ganz so stark zu sein "Nur die Menschen, die die Härten des Lebens erfahren haben, lernen sich zu beugen, ohne ihren Stolz zu verlieren." Das möchte ich so stehen lassen und und hoffe, mit jedem Atemzug, dass sich nur ein paar Menschen diesen Satz merken...um die Welt zu verbessern, sozusagen.
Einer wie Kant hat gesagt " Nicht die einmalig schwerwiegenden Taten, seien es gute oder schlechte, zeichnen den Menschen in seinem Charakter aus. Sind es doch viel mehr die kleinen Dinge, die oft so unbedeutsam erscheinen und dennoch viel bedeutender sind, allein wegen ihrer Beständigkeit." Schon einmal darüber nachgedacht was ein "guten morgen" und ein Lächeln an jedem Tag zu seinem Nachbarn, Kollegen, Freund oder auch Verkäufer bedeutet? Es kann die Sonne scheinen lassen!
Aber, beinahe zum Schluss, möchte ich noch etwas dazu sagen, dass Leben Mut erfordert - keinen Mut um jeden Preis, sondern um seiner selbst Willen. Sir Peter Ustinov hatte so recht als er sagte "Mut ist oft Mangel an Einsicht, während Feigheit nicht selten auf guten Informationen beruht."
All diese Sätze sind Leben - Leben wie es ist, wie es sein kann oder wie es sein sollte. Das alles ist in mir und zeigt mir die Sonne, läßt mich Lächeln, zuhören oder auch mal ausrasten - aber immer bin ich mitten drin - mitten im Leben. Und das ist es, was ich nie vermissen möchte, an keinem einzigen Tag...


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