Leben und leben lassen...

Thursday, September 30, 2004

All my bags are packed...

Ja, nun ist es soweit. Eins meiner Lieblingslieder hat genau die passende Textzeile: All my bags are packed I´m ready to go.

Von nun an werde ich von weit weg schreiben, grüßen, nachdenken...atmen und leben. Ich kann es nur noch einmal ganz deutlich sagen:

Das Leben ist furchtbar aufregend - ich möchte es nicht vermissen! Es ist das beste was einem passieren kann.

I´m leaving on a jetplane...

Und hier nochmal der komplette Text - oh mein Gott, wie oft habe ich ihn gehört und dabei geheult, aber diesmal kann ich lächeln - diesmal komme ich "zurück" und trage einen Ring:

All my bags are packed, I'm ready to go.
I'm standing here outside your door
I hate to wake you up to say Goodbye

But the dawn is breaking it's early morn
The taxi's waiting he's blowin' his horn
Already I'm so lonesome I could die

So kiss me and smile for me
Tell me that you'll wait for me
Hold me like you'll never let me go
'cause I'm leaving on a Jet Plane
I don't know when I'll be back again
Oh babe I hate to go

There's so many times I've let you down
So many times I've played around
I tell you now they don't mean a thing

Everyplace I go I'll think of you
Every song I sing I'll sing for you
When I come back I'll wear your wedding ring

Now the time has come to leave you
One more time let me kiss you
Then close your eyes and I'll be on my way

Dream about the days to come
When I won't have to leave you alone
About the times that I won't have to say

I'm leaving on a Jet Plane
Don't know when I'll be back again
Oh babe I hate to go.
And I'm Leaving on a jetplane

Wednesday, September 22, 2004

Rückgrat

Ist es nicht schön und auch wahr, was ich von Bettina Wegner gefunden habe...

Sind so kleine Hände
winzige Finger dran.
Darf man nie drauf schlagen
die zerbrechen dann.

Sind so kleine Füße
mit so kleinen Zehn.
Darf man nie drauf treten
könn sie sonst nicht gehn.

Sind so kleine Ohren
scharf, und ihr erlaubt.
Darf man nie zerbrüllen
werden davon taub.

Sind so schöne Münder
sprechen alles aus.
Darf man nie verbieten
kommt sonst nichts mehr raus.

Sind so klare Augen
die noch alles sehn.
Darf man nie verbinden
könn sie nichts verstehn.

Sind so kleine Seelen
offen und ganz frei.
Darf man niemals quälen
gehn kaputt dabei.

Ist so´n kleines Rückgrat
sieht man fast noch nichts.
Darf man niemals beugen
weil es sonst zerbricht.

Grade, klare Menschen
wär´n ein schönes Ziel.
Leute ohne Rückgrat
hab´n wir schon zu viel.

Wednesday, September 08, 2004

Sinn und Unsinn

An manchen Tagen ist die Frage: wo hört Sinn auf und fängt Unsinn an. So wie dieses Beispiel: Also, da gibt es zuständige Kolleginnen, die sagen zu mir, auf die Frage, ob man denn die Probekaffeemaschine behalten wolle "wenn ihr noch Kaffee trinken wollt, dann müsst ihr noch welchen bestellen, diese Woche ist die Maschine sicher noch da" - fein, ich trinke nämlich auch keinen Kaffee.

Das stürzte mich in eine tiefe Depression, denn wer ist "ihr"? Gehöre ich zu "ihr" oder bin ich auch "ich"? Bin ich eine eigenständige Persönlichkeit? So viele Fragen und keine Zeit zum Antworten...denn es war ja bereits vier Uhr und meine besagte Kollegin mußte nach Hause - sie war immerhin schon seit 10 Uhr dreißig anwesend. Ach Unsinn, sowas ärgert mich nicht mehr wirklich...vielleicht ein bischen. Um auf das "ihr" zurückzukommen, ich bin zu dem Schluss gekommen, ich bin ich und kann dementsprechend auch keinen Kaffee bestellen, da ich selber auch keinen trinke und somit nicht zum kollektiven "ihr" gehöre. Unser kaffetrinkender Pixelschubser hat dann schließlich bestellt. Heute morgen kam postwenden der Anruf unseres Kaffeevertrieblers: "Wollen Sie die Maschine denn nun behalten?" Hm - "fragen Sie doch mal meine zuständige Kollegin, wenn sie sich von ihrem harten Wochenende erholt hat, so gegen elf Uhr" oder morgen...Tjaha - ist wirklich aufregend die Arbeit!

Aber lange nicht so aufregend wie abends joggen zu gehen...naja, also walken - meine sportkranken Knochen würden echtes Joggen ja gar nicht mehr aushalten. Du gehst da also so vor dich hin. Ärgerst dich noch etwas über deine Kollegen und dann kommt es ganz dicke: Ein Mann joggt auf dich zu, zwinkert dir zu und sagt "hey, du hast das doch gar nicht nötig", pfeift vielsagend hinter dir her und wirft dir einen Luftkuss zu - du stehst da und denkst: bitte lieber Gott, mach die anderen wieder normal - ich habe meine Lektion heute gelernt. Aber nichts passierte und mich beschlich die beklemmende Angst, dass alles so bleiben würde wie es war. Dessen wurde ich mir auf jedenfall bewußt als eine siebzigjährige Frau ihren fünzig Kilo Bullterrier mit den Worten "aber Mausi, sei doch heute nicht so aggressiv" zurückzuhalten versuchte als ich auf der anderen Wegseite versuchte unauffällig vorbei zu huschen. Keine Angst, er hat nur meine Hose erwischt. Aber mal ehrlich, es gibt solche Tage, sicher...was ist nur, wenn man das grausame Gefühl bekommt, jeder Tag könnte so werden?

Augen zu und durch!

Das Menschenherz

Oh, wie recht er hat:

"Das Problem ist nicht die Atomenergie, sondern das Menschenherz" (Albert Einstein)

Leben

Da gibt es die verschiedensten Ansichten. Mir gefallen einige besonders gut - denn irgendwie passen sie alle, immer, irgendwann...

Da wäre "Ich ging in die Wälder, denn ich wollte wohlüberlegt leben, intensiv leben wollte ich - das Mark des Lebens in mich aufsaugen, um alles auszurotten, was nicht Leben war. Damit ich nicht in der Todesstunde inne würde, dass ich gar nicht gelebt hatte." So geht es mir manchmal - ich muss in den Park Kastanien sammeln, die bunten Bäume sehen - um ganz sicher zu gehen, dass ich lebe, so lebe wie ich es will. Manchmal tut Leben weh und dann muss ich raus, um zu sehen, ob ich richtig lebe...ob ich den Wind spüren kann und die Sonne, ob die Wolken auf der Haut kitzeln und ob der Schnee kalt ist, ob der Regen mich trifft und ob die Seele wieder erwacht. Dann paßt kein Spruch besser als dieser.

Dann wiederum gibt es diese Tage, wo ich denke, dass alle, wirklich alle, einen Schaden haben - und ich beginne zu zweifeln, ob ich es nicht bin, die total unnormal lebt. Da hilft nur noch sich zu sagen " Das Leben ist nur ein zufälliges Zusammenstoßen von echten Tragödien und einer Reihe knapp gescheiterter Ausbrüche." Und ja, es ist so. Manchmal gibt es kein vor und kein zurück mehr, kein oben und unten, gut oder richtig - alles in einem einzigen Urknall verschmolzen und man selbst mitten drin. Aber diese Tage gehen vorbei, auch wenn man sich in dem Moment ganz sicher ist, nie wieder könne es gut werden.

Und das bringt uns zu dem Punkt, der mir zeigt, dass es durchaus Stärke ist, mal nicht ganz so stark zu sein "Nur die Menschen, die die Härten des Lebens erfahren haben, lernen sich zu beugen, ohne ihren Stolz zu verlieren." Das möchte ich so stehen lassen und und hoffe, mit jedem Atemzug, dass sich nur ein paar Menschen diesen Satz merken...um die Welt zu verbessern, sozusagen.

Einer wie Kant hat gesagt " Nicht die einmalig schwerwiegenden Taten, seien es gute oder schlechte, zeichnen den Menschen in seinem Charakter aus. Sind es doch viel mehr die kleinen Dinge, die oft so unbedeutsam erscheinen und dennoch viel bedeutender sind, allein wegen ihrer Beständigkeit." Schon einmal darüber nachgedacht was ein "guten morgen" und ein Lächeln an jedem Tag zu seinem Nachbarn, Kollegen, Freund oder auch Verkäufer bedeutet? Es kann die Sonne scheinen lassen!

Aber, beinahe zum Schluss, möchte ich noch etwas dazu sagen, dass Leben Mut erfordert - keinen Mut um jeden Preis, sondern um seiner selbst Willen. Sir Peter Ustinov hatte so recht als er sagte "Mut ist oft Mangel an Einsicht, während Feigheit nicht selten auf guten Informationen beruht."

All diese Sätze sind Leben - Leben wie es ist, wie es sein kann oder wie es sein sollte. Das alles ist in mir und zeigt mir die Sonne, läßt mich Lächeln, zuhören oder auch mal ausrasten - aber immer bin ich mitten drin - mitten im Leben. Und das ist es, was ich nie vermissen möchte, an keinem einzigen Tag...

Monday, September 06, 2004

Das Telefon und ich

Tja, es ist passiert. Ich dachte nie, dass mir sowas jemals passieren würde. Denn eigentlich gibt es dafür überhaupt keine Grundlage...Ich hasse es zu telefonieren, also versuche ich mich auch immer um jedes Telefon herumzuschleichen und es nicht anzusehen, damit es nicht aus Versehen losklingelt. Wie es der Beruf halt manchmal so mit sich bringt, muss ich in letzer Zeit sehr oft ans Telefon gehen. Ist ja nicht so schwer: "Firma, Vorname, Nachname, Guten Tag" und lächeln, lächeln, lächeln - egal was passiert. Die meisten Menschen sind übrigens äußerst unfreundlich, sobald sie einen Telefonhörer in die Hand nehmen, ist mir vorher noch nie aufgefallen, ist aber so. Also, man macht das ein paar hundert Mal am Tag und hat schon so ein eingefrorenes Lächeln auf der Lippe, ob mit oder ohne Telefon. So, jetzt kommt´s: ich gehe zu Hause ans Telefon, "Firma, Vorname, Nachname, Guten Abend" und lächeln, lächeln, lächeln - Stille, eine lange, grausame und kalte Stille - dann ein zaghaftes "hallo? - bist du´s?".

Oh mein Gott - was sagt das wohl über mich, meine Arbeit, mein Telefonieren, meine Einstellung und mein Leben aus? Ich war geschockt. Ich trage meine Arbeit mit nach Hause, ich bin ein Magengeschwür-Herzinfarkt Patient in spe. Ich kann nicht mehr unterscheiden wo ich bin, was ich mache, wer ich bin...ich sah mich schon in Gedanken mit Blaulicht ins Krankenhaus rasen, besser noch in die Irrenanstalt. Mein Ich war weg - kurzzeitig war da nur dieses fremde Wesen von der Arbeit in mir, es hatte gewonnen, ein bischen jedenfalls.

Aber wenn ich es im Nachhinein betrachte, war es wahrscheinlich ein Zufall oder ein Versehen, so wie wenn das Telefon zufällig klingelt, wenn ich es ansehe! Nichts weiter. Eine Synapse im Hirn falsch geschaltet, zufälligerweise. Was sagt sowas schon aus? Ich bin ich - hier und dort - hin und fort...

Friday, September 03, 2004

Das falsche Wort

Sehr gut, nachdem ich über eine der befremdensten Situationen im letzen Jahr genügend nachdenken konnte, werde ich jetzt mal meine eigene Meinung äußern:

Ich habe öfter gehört, ich sei zu jung, zu unerfahren, zu naiv und irgendwie auch nicht zu Großem bestimmt. Meine Meinung war meistens schlichtweg falsch und unpassend - wobei man bedenken sollte, dass persönliche Meinungen niemals falsch sein können, da sie
subjektiv sind. Da ich also all die vorangegangenen Attribute auf mich vereine, scheint es mir noch schwerer vorstellbar, ich könne andere Menschen negativ beeinflußen.

Für mich stellt sich die Frage nicht im Geringsten, ob ich mich jetzt anpassen und anderen nach dem Mund reden sollte, da ich das weder kann noch möchte. In diesem Punkt hört meine naive Unwissenheit auf. Ich weiß genau, dass Systeme nur dann funktionieren, wenn die Wahrheit angenommen und vertragen wird, aus diesem Grund werde ich nie aufhören meine Meinung öffentlich zu machen, um die Wahrheitssuche aktiv mitzubestimmen. Sollte es, wie in diesem Fall, dann ausschließlich auf persönlicher Kommunikationseben aufgenommen werden, ist das äußerst schade und spricht den anderen ihre große geistige Überlegenheit ab.

Ein Gespräch, in dem einem vermittelt wird ein "schlechtes Image" zu haben, ohne darüber zu diskutieren, vermeintliche Fehler aufzuzeigen, Lösungen finden zu wollen oder eine Diskussion zu beginnen, ist sinnlos. Solche Gespräche haben nur das Ziel des Initiators, den anderen auf persönlicher Ebene treffen und verletzen zu wollen. Klare Formulierungen wie "du hast meiner Meinung nach dabei falsch gehandelt" und "ändere dieses oder jenes" sind bei solchen, selbst einseitigen Gesprächen, unerlässlich. Natürlich geht das nur dann, wenn Anschuldigungen nicht vom Hörensagen her entstehen. Ein schlechtes Image erinnert mich ein wenig an eine schwarze Aura - vielleicht gibt es sie, vielleicht aber auch nicht. Und um ehrlich zu sein, sagen meine Karten, meine Aura wäre wirklich gut!

Ich weiß, dass sich wütende, ungerecht behandelt fühlende und kurzsichtige Menschen versuchen mit allen Mitteln zu wehren, meistens jedoch mit den falschen - was mich etwas beruhigt. Es macht die Situation jedoch nicht leichter, wenn man einen klitzekleinen Moment in den anderen hineinsehen konnte und sieht was dahinter steckt. Dieses Wissen sollte man in sich tragen und nie wieder zeigen - und das, meine lieben Freunde, ist die beste Art von Jugend,
Unerfahrenheit und Naivität, die ich bieten kann.

Der erste Tag

Wie aufregend, aber es ist ja alles so aufregend. Mein ganzes Leben ist im Moment aufregend. Nach langem Hin und Her bin ich jetzt also hier - schon wieder aufregend...vor lauter Aufregung fehlen mir die Worte - also nicht alle Worte, nur die richtigen Worte. Aber egal, lass ich mal die halbe Sprachlosigkeit wirken...